Im November 2023 haben sich Fahrdienstunternehmen aus München und dem Umland im Fahrdienstverband Süd – FDV e.V. zusammengeschlossen.
Die verantwortungsvolle Tätigkeit für Menschen mit speziellen Bedürfnissen (Beförderung in Rollstühlen/Tragestühlen oder liegend in dafür umgebauten BTW-Fahrzeugen) kann und darf nicht länger in der „Grauzone“ zwischen Taxi und Krankenwagen verborgen bleiben.
Deshalb ist das Ziel des Verbandes die Vertretung der Interessen von Behinderten- und Krankenfahrdienstunternehmen in Bayern. Sie soll deren berufliche und wirtschaftlichen Belange fördern.
Bei der Gründung im Jahr 2023 wurden Herr A. Mansour Nezhat, Herr Marco Großer und Herr Fardad Nematkhah in den Vorstand des Verbands gewählt. Für den juristischen Beistand ist seitdem Rechtliche beistand Frau Rena Spiegelstein zuständig.
Durch intensive Verhandlungen mit der AOK ist es dem Verband im Herbst 2024 zum ersten Mal gelungen, die Architektur der Vergütungen zu ändern. So wurden erstmals Anfahrtpauschalen (Bereitstellungspauschalen) in die Verträge aufgenommen, analog zum gültigen Taxitarif und den Tarifen der Hilfsorganisationen.
Da die Unternehmer auch „Serienfahrten“ durchführen (z.B. regelmäßig zu Dialyse- und Bestrahlungstherapien sowie Entlassungsfahrten aus dem Krankenhaus), konnten dafür zum ersten Mal auch Zuschläge an Sonn- und Feiertagen sowie für Nachtfahrten ausgehandelt werden.
Parallel dazu steht der Verband seit Dezember 2024 auch mit dem VdEK (Verband der Ersatzkassen) in Verhandlungen. Diese erwiesen sich leider als sehr mühsam. So ist bis heute noch keine auskömmliche, faire Vergütung im Sinne des Personenbeförderungsgesetzes zustande gekommen.
Durch massive Verhandlungen und die Androhung einer Arbeitsniederlegung im Januar 2026 ist es dem Verband immerhin gelungen, etwas Bewegung in die Architektur der Vergütung mit dem VdEK zu bringen.
Analog mit der AOK waren die Ersatzkassen (Barmer, DAK, Techniker Krankenkasse, KKH, HKK und HEK) zwar zum ersten Mal bereit, für die Dienste der BTW-Unternehmen in gewissem Umfang Anfahrtspauschalen zu akzeptieren, so wie diese auch bei den Hilfsorganisationen vergütet werden. Doch Sonn- und Feiertagszuschläge wurden leider bis heute genau so abgelehnt wie Nachtzuschläge.
Diese Ablehnung hat zur Folge, daß es über kurz oder lang in diesem Bereich – besonders bei den BTW-Serienfahrten – zu einer großen Versorgungslücke kommen wird. Ohne entsprechende Vergütung kann die Verfügbarkeit der barrierefreien Mobilität im Bereich Krankenbeförderung in Zukunft nicht mehr gewährleistet werden.
Im Sommer 2025 gab es eine Änderung im Vorstand: Herr Marco Großer und Herr Fardad Nematkhah schieden aus ihren Ämtern aus, ihre Positionen wurden von Herrn Andreas Seidel und Herrn Kurosch Nematkhah übernommen.
Der Verband hat sich mittlerweile auf 16 Unternehmen erweitert, die fast 95 % aller Kranken- und Behindertenbeförderungen im Großraum München durchführen. Gemeinsam arbeiten die dem Verband angeschlossenen Unternehmen nun daran, die bisherigen Abläufe zu überarbeiten. Nur, wenn die Unternehmen zusammenhalten, können sie – auch im Interesse ihrer Fahrgäste – etwas bewegen.
